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Rang eins beim Mehrkampf-Meeting in Bad Endorf: Xaver Seelos meistert Feuertaufe „Zehnkampf“

Der Zehnkampf gilt als Königsdisziplin der Leichtathletik und stellt selbst erfahrene Leistungssportler vor ziemliche Herausforderungen. Dies ist nicht weiter verwunderlich, zumal die Athleten zehn verschiedene Disziplinen meistern müssen, zu denen auch technisch extrem herausfordernde Bewegungsformen, wie der Stabhochsprung oder der Diskuswurf gehören. Xaver Seelos hat die Challenge „Zehnkampf“ nun im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal miterlebt. Der vielseitige Leichtathlet startete beim Mehrrkampf-Meeting in Bad Endorf und gewann den Wettbewerb der U-18-Klasse mit deutlichem Vorsprung.

Schon in der ersten Disziplin glänzte das Geretsrieder Talent mit einer Zeit von 12,03 Sekunden über 100 Meter. Seine bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr unterbot er damit um fast eine Sekunde. Ebenso deutlich fiel seine Steigerung im Weitsprung aus, wo er mit 5,89 Meter dicht an die 6-Meter-Marke herankam. „Damit hat er sich um fast einen Meter verbessert und sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft“, so Trainer Mirko Naumann. In der dritten Disziplin, dem Kugelstoßen, gelang ihm als einzigen U-18-Athlet mit 10,61 Metern ein Stoß über die 10-Meter-Marke. Mit übersprungenen 1,80 Meter im Hochsprung knüpfte der Athlet nahtlos an seinen tollen Start in den Wettbewerb an. Nachdem er bei den Oberbayerischen Meisterschaften noch an der 1,74-Meter-Marke gescheitert war, verhalf ihm eine Technik-Korrektur zu neuen Höhenflügen. Am Ende des Tages stand noch die anstrengende 400-Meter-Distanz auf dem Programm. Nachdem sich der 16-Jährige in der Vorwoche die DM-Norm auf der 400-Meter-Hürden-Strecke sichern konnte, zeigte er auch über die Flachdistanz, dass ihm die Stadionrunde einfach liegt. In einer Zeit von 53,72 Sekunden lief er ein starkes Rennen und distanzierte die Konkurrenz um mehrere Sekunden. „Das war ein grandioser erster Tag mit fünf persönlichen Bestleistungen“, freut sich Naumann. Der zweite Wettkampftag begann im Nieselregen mit dem 110-Meter-Hürden-Rennen. Mit seiner Zeit von 16,33 Sekunden konnte der TuS-Athlet sehr zufrieden sein, wenngleich er seine eigene Bestleistung erstmals knapp verpasste. „Nach dem fünf Disziplinen am Vortag war das dennoch super“, befand Trainer Naumann. Allerdings war sich der TuS-Coach zu diesem Zeitpunkt auch im Klaren, dass noch drei Disziplinen anstanden „wo wir wussten, dass es noch nicht so gut wird, weil wir sie noch nicht oft trainieren konnten. Nichtsdestotrotz hielt Xaver Seelos sein hohes Niveau nahezu und warf den Diskus auf 30,18 Meter. Sehr bravourös meisterte er auch die schwierigste Challenge, den technisch sehr anspruchsvollen Stabhochsprung, indem er 3,10 Meter überquerte. „Das war schon sehr passabel und vor allem noch ausbaufähig“, ist auch der Coach nach dem ersten Stabhochsprung unter Wettkampfbedingungen des Athleten zufrieden. Nachdem er beim Speerwurf 34,94 Meter erzielen konnte stand nur noch der 1500-Meter-Lauf auf dem Programm. Wie in den vorherigen Disziplinen war der 16-Jährige seinen Konkurrenten überlegen und lief in einer Zeit von 4:55 als erster ins Ziel. „Der Lauf war leider wieder in der Hitze. Die Mitstreiter haben frühzeitig abreißen lassen, sodass er alleine laufen müsste. Mit einer Zeit von unter fünf Minuten war das dennoch ein passables Rennen“, erklärt Naumann. Am Ende reichte es für den Mehrkämpfer mit 5.510 Punkten zum souveränen Sieg, womit er auch das erklärte Ziel, die BM-Quali zu meistern, um 700 Zähler übertraf. Unter dem Strich bleibt ein sehr guter Wettkampf mit grandiosen Ausreißern nach oben und ohne wirklichen Ausreißern nach unten. Die Feuertaufe „Zehnkampf“ hat der TuS-Sportler damit mit Bravour bestanden.

Leichtathleten vom TuS Geretsried glänzen mit zahlreichen Medaillen bei den Oberbayerischen Meisterschaften

Wenn am Ende des Wochenendes jeder Athlet mit mindestens einer Medaille zurückkehrt, dann ist schon mal vieles richtig gut gelaufen. Die Leichtathleten vom TuS Geretsried zeigten bei den Oberbayerischen Meisterschaften in Erding für eine geschlossene Mannschaftsleistung und waren für Überraschungen und Spitzenresultate gut.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel setzte Xaver Seelos in seinem ersten 400-Meter-Hürden-Rennen überhaupt eine grandiose Zeit in die Bahn. Der 16-Jährige absolvierte die Runde in ein einer Zeit von 57,87 Sekunden, womit er das Rennen nicht nur gewann, sondern sich auch für die Deutschen Meisterschaften qualifizierte. „Wir wussten, dass er sehr gut Hürden laufen kann, das hat er über die 110 Meter schon gezeigt – und auch die Kondition stimmte. Eine tolle Vorstellung“, freut sich Trainer Mirko Naumann. Bei einem solchen Auftritt lässt sich schon mal verdauen, dass es im Hochsprung nicht ganz nach Plan lief. Nach übersprungenen 1,69 Meter scheiterte er an 1,74 Meter knapp. „Leider stimmte der Anlauf noch nicht, deswegen war die Höhe heute noch nicht drin“, erklärt Naumann. Besser lief es wiederum beim Diskus-Werfen, eine Disziplin, die er in erster Linie als Vorbereitung für den Zehnkampf bestritt. Mit Rang fünf und der Qualifikation für die Bayerischen Meisterschaften, gelang ihm ein weiteres sehr beachtenswertes Resultat.

Teamkollegin Lara Holzhauer startete gleich zweimal über die 400-Meter-Hürden-Strecke. Am Samstag belegte sie in der U-20-Klasse mit einer Zeit von 64,77 Sekunden den ersten Rang, wenngleich aufgrund fehlender Konkurrenz vor allem die Zeit und der Lauf selbst im Vordergrund stand. „Leider ist sie alleine gestartet und ist etwas zu schnell angegangen. Nach 200 Meter hat sie die Hürde eines neben ihr startenden MU20-Läufers in die Bahn bekommen. Die Zeit war demnach unter den Erwartungen“, resümiert Naumann. Allerdings gelang ihr am Sonntag eine deutliche Steigerung auf 63,55 Sekunden, womit sie in der Damen-Klasse Rang zwei belegte. „Der Lauf war deutlich besser. Sie hat langsamer begonnen, ist aber dafür besser durchgelaufen“, freut sich der TuS-Coach über die Leistungssteigerung.

Ein deutlicher Aufwärtstrend ist auch bei 400-Meter-Läufer Julian Meyer zu erkennen. Der 23-Jährige steigerte sich über die Stadionrunde im Vergleich zum ersten Saisonwettkampf klar und belegte in 53,24 Sekunden Rang drei. „Damit hat er die B-Quali für die Bayerischen Meisterschaften geholt. Die Formkurve zeigt nach oben“, so Naumann zufrieden. Ganz nach oben aufs Treppchen ging es für ihn hingegen mit der 4 mal 100 Meter Staffel, bei der er mit der Startgemeinschaft Ammer-Isar-Loisach in 44,28 Sekunden ins Ziel kam.Beachtlich war zudem sein erster Auftritt beim Dreisprung, bei dem er mit 12,37 Metern Rang vier belegte.

Ebenfalls im Dreisprung trat Alessa Buhl an. Mit 10,03 Meter gewann sie in der U18-Klasse, wenngleich sie 20 Zentimeter hinter ihrer Bestweite blieb. Probleme offenbarte sie dabei erneut beim Absprung, wo sie etwa 30 Zentimeter verschenkte. In Hinblick auf die Bayerischen Meisterschaften Mitte Juli ist hier mit Sicherheit noch einiges an Potenzial versteckt.

Einen tollen Auftritt legte auch 3000-Meter-Läuferin Franziska Dempwolf hin. Mit einer Zeit von 10:55 Minuten konnte sie ihre Bestleistung um 15 Sekunden pulverisieren und belegte den zweiten Rang in der U20. “Sie hat die 7,5 Runden wie ein Uhrwerk abgespult“, zeigt sich auch der Coach begeistert.